Naturheilkunde und Naturheil­verfahren

Von vielen belächelt und abgetan – von vielen geliebt.

„Neue Erkenntnisse, Ideen, die im Widerspruch zu geltenden Anschauungen stehen, werden in der ersten Phase von der Wissenschaft bekämpft, ebenso wie ihre Vertreter. Erweisen sich diese Ideen doch nicht ganz als unhaltbar, werden sie in der zweiten Phase von der Wissenschaft überprüft, und falls sie Anerkennung finden, werden sie in der dritten Phase als Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung dargestellt, wobei dem oder den geistigen Vätern solcher Erkenntnisse kaum Tribut gezollt wird.“ 
Max Planck

Naturheilkundliche Behandlungsmöglichkeiten

In unserer Praxis werden zahlreiche Naturheilverfahren angeboten und mit gutem Erfolg angewandt. Bitte klicken Sie auf die entsprechenden Stichworte, um mehr über das jeweilige Heilverfahren zu erfahren:

Die Akupunktur ist Bestandteil des traditionellen chinesischen Heilkonzepts. Gerade in der Schmerztherapie, insbesondere bei funktionellen Störungen erfährt sie bei Ärzten und Patienten eine zunehmende Popularität.
Österreichische Ärzte (Anton Suntinger, Eugen Burtscher) fanden heraus, dass unter Berücksichtigung der fünf Wandlungsphasen und der antiken Akupunkturpunkte, die Erfolge der klassischen Akupunktur deutlich gesteigert werden konnten, trotz Anwendung sehr weniger Akupunkturpunkte aber unter Einbeziehung der „Funktionelle Myodiagnostik“. Diese Methode nennt sich AK-Meridiantherapie.

Als „Neu-Chinesische Akupunktur“ gewinnt die wissenschaftlich untermauerte Segment-Akupunktur zunehmende Bedeutung. Frau Ingrid Wancura-Kampig ist es zu verdanken, dass mit Hilfe der Segmentakupunktur die traditionell-chinesische Akupunktur entmystifiziert wird. Hierdurch wird mehr Akzeptanz für die Akupunktur erreicht, insbesondere weil wissenschaftlich ausgerichtet.
Erst auf dieser Basis wird es möglich zu erklären, warum bestimmte Akupunkturpunkte mit einer bestimmten Wirkung auf ein anderes Areal der Körperoberfläche oder ein inneres Organ wirkt. Wie kommt ein Nadelreiz von A nach B?
Natürlich bin ich bestrebt, auch in dieser Hinsicht Neues in mein bisheriges Repertoire aufzunehmen.

Neuraltherapie ist ein sehr effektives, seit über 100 Jahren erfolgreiches Behandlungsverfahren, das in Deutschland durch die Ärztebrüder Ferdinand und Walter Huneke und in Frankreich durch den Sympathikus-Chirurgen Prof. Leriche, Universität Straßburg, entwickelt wurde. In den Vereinigten Staaten wurde die Neuraltherapie durch den Anästhesiologen Prof. Bonica, Head of Department Anesthesiology, Univ. Seattle / Washington, in seine Schule inkorporiert.

Grundlage des Denkens bei der Neuraltherapie ist, mit Procain die störenden Impulse aus sog. Störfeldern abzukoppeln, bzw. zu „löschen“. So kann es sein, dass Beschwerden des Bewegungsapparates, im gynäkologischen Bereich oder chronische Darmentzündungen durchaus ihre Ursache im Zahn-Kiefer-Bereich haben.

Ganz neue wissenschaftliche Einsichten haben in den letzten Jahren zu einem abweichendem Behandlungskonzept geführt: Procain RESET (Hahn-Godeffroy 2010). Dabei wird zunächst auf alle in der Neuraltherapie üblichen Injektionen verzichtet, insbesondere auf die tiefen Injektionen. Stattdessen wird das Neuraltherapeutikum Procain – und nur dieses ist geeignet – mit Hilfe von Infusionen verabreicht.

Mit dieser äußerst schonenden Vorgehensweise werden die beiden wichtigsten Wirkqualitäten von Procain zur Geltung gebracht: die antientzündliche Wirkung, wie sie insbesondere bei chronischen Erkrankungen wichtig ist, und die stimmungsaufhellende Wirkung – bei Angsterkrankungen, Erschöpfungsdepression und in der Begleittherapie von Krebserkrankungen.
Der Vollständigkeit halber möchte ich aber bereits an dieser Stelle an die Procain-Basen-Therapie nach Oettmeier und Reutter erwähnen.

Die Übersichtsarbeiten von Becke (1996) und Hahn-Godeffroy (1993) bestätigen, dass Procain insbesondere in der Neural- und Schmerztherapie höchsten Stellenwert besitzt und auch eine Vielzahl von Regulationseffekten ermöglichen.

Wirkung

  • Gefäßerweiterung, bes. auch im kapillären Bereich
  • Gute Steuerbarkeit und geringe Toxizität durch kurze Halbwertszeit und Serumabbau
  • Sauerstoffsparender und kapillarabdichtender Effekt
  • Entzündungshemmung
  • Antioxidativer und lipidsenkender Effekt

anästhetisch, sympathikolytisch, spasmolytisch, antihistaminisch, antiarrhythmisch

Diese Eigenschaften in Verbindung mit den für die meisten Lokalanästhetika typischen pharmakologischen Wirkungen sind insbesondere für die Behandlung von Patienten von Interesse, welche aufgrund neuroplastischer Schmerzchronifizierung und/oder chronischer Entzündungen multimodaler therapeutischer Bemühungen bedürfen.

Quellen:
Handbuch Neuraltherapie: Stefan Weinschenk, Urban-und Fischer, 2010
Lehrbuch: Integrative Schmerztherapie, Fischer, Peuker, Haug-Verlag, 2011

Bei der biologischen Arthrosebehandlung kommen die Werkzeuge der Integrativen Medizin voll zum Einsatz: Neben der „schulmedizinischen Diagnostik“ der Erkrankung stehen die Methoden der Osteopathie und der Applied Kinesiology im Vordergrund.
Jeder Patient bedarf einer auf ihn ausgerichteten individuellen Behandlung. Deshalb können an dieser Stelle nur die zur Verfügung stehenden „Werkzeuge“ aufgezählt werden, wobei ständig neue Maßnahmen hinzukommen, wenn sie als sinnvoll erachtet werden. Häufig muss der Körper des Patienten erst therapierbar gemacht werden!
Aus diesem Grund stehen dann an erster Stelle „Ausleitende Maßnahmen“. Weitere therapeutische Instrumente sind:

  • Akupunktur
  • Blutegeltherapie (mit guten Erfolgen)
  • Neuraltherapie mit Procain
  • Homotoxikologie
  • Homöosiniatrie
  • Orthomolekulare Medizin
  • VitOrgan-Präparate
  • Phytotherapie (bei Gelenken z. B. Brennnessel)
  • Matrix- Rhythmus-Therapie

Schmerzen sind ein vielschichtiges Problem; in den meisten Fällen betrifft dies den Be- wegungsapparat, seltener sind innere Organe betroffen. Bei der biol. Schmerztherapie geht es vor allem darum, die Methoden der integrativen Medizin nach einem vorherigen Puzzle der Ursachen der Schmerzen, zu einem Therapieplan aufzuarbeiten und dem Patienten zu vermitteln.
Denn nur mit seiner Einsicht und Verständnis für die kommenden Dinge wird er mitarbeiten.
„Ganzheitlich ansetzende, naturheilkundlich-humoralmedizinische Denkansätze sind wider die Natur des Menschen, weil sie seinem Hang nach Bequemlichkeit entgegenstehen“.

Ein wesentliches Element der biologischen Schmerztherapie ist die „Procain-Basen-Therapie“.

Es geht hier nicht darum, wie bei der alleinigen „schulmedizinischen“ Schmerztherapie leitliniengerecht von einem Mittel (Schmerzmittel) auf das der nächsten Stufe zuzugreifen, vielmehr müssen in einem Puzzle erst einmal die Gründe der Schmerzen zusammengetragen werden, um dann individuell und patientengerecht Verwendung zu finden. Erstaunlicherweise werden inzwischen auch in der Schulmedizin auf Homöopathika zurückgegriffen, so stehen im Waffenschrank der Anäthesisten neben Morphinpräparaten auch Homöopathika und Phytotherapeutika. Warum?

Procain-Basen-Infusion

Die vielfachen Wirkungen des Neuraltherapeutikums Procain werden durch die Kombination mit der Base Natriumhydrogenkarbonat (NaBi) verstärkt und erweitert. Die Infusion bewirkt eine Schmerzreduktion, Verbesserung des Allgemeinbefindens und einen Säureabbau.
Zusätzlich werden entzündungshemmende und ausgleichende (systemisch regulative) Effekte beobachtet. Die Behandlung ermöglicht einen allgemeinen Stressabbau und mündet in mehr Vitalität.

Procain – ein innovativer Klassiker

Das bereits 1905 zugelassene Procainhydrochlorid gehört zu den wenigen Arzneistoffen, welche aufgrund ihrer Wirksamkeit und guten Verträglichkeit bis zum heutigen Tag Bedeutung haben. Es wurde anfangs zur örtlichen Betäubung verwendet und fand einen wahrhaften Siegeszug als Hauptwirkstoff der Neuraltherapie nach Hunecke und der, von Prof. Aslan in den 50er Jahren bekannt gemachten, gleichnamigen Vitalisierungsbehandlung. Die hervorragenden Eigenschaften von Procain im Körper wurden auch in vielen wissenschaftlichen Studien belegt und bestehen in:

  • der Gefäßerweiterung (auch der Haargefäße, d. h. der Kapillaren)
  • der Entzündungshemmung
  • einer antirheumatischen Wirkung
  • einem antioxidativen Effekt (Neutralisierung freier Radikale)
  • einem fettsenkenden Effekt
  • Ausgleichswirkung (auf vegetatives Nervensystem / Eutonisierung)Procain ist bisher nur zur Einspritzung in Ampullenform verfügbar.

Natriumhydrogenkarbonat – eine körpereigene Base

Auf vielfältige Weise ist der gesunde Körper in der Lage, anfallende Säurestoffe durch sogenannte Puffersysteme zu neutralisieren. Dabei spielt neben Mineralien die Base Natriumhydrogenkarbonat eine vordergründige Rolle.
Zur Behandlung einer Blut- und Gewebeübersäurerung hat sich schon seit Alters her die Einnahme von Natronsalz (reines Natriumhydrogenkarbonat) bewährt. Die Baseneinnahme stellt bei den meisten chronischen Erkrankungen, Entzündungen, Verdauungsbeschwerden und im Rahmen der Biologischen Krebstherapie eine wesentliche Basisbehandlung dar. Durch Worlitschek konnte gezeigt werden, dass die Entsäuerung des Gewebes mittels Infusion einer Natriumhydrogenkarbonatlösung sehr viel effektiver möglich wird. Die Behandlung entwickelte sich zu einer Standardbehandlung in der Na- turheilkunde und fand weite Verbreitung.

Procain-Basen-Infusion, die effektvolle Synthese

Die Procain-Basen-Infusion verbindet die biologischen Eigenschaften des Regulationstherapeutikums Procain mit der wichtigsten Körperbase Natriumhydrogencarbonat. Sie beschleunigt die Entsäuerung des Gewebes und fördert die Durchblutung von längerer Zeit unversorgtem und chronisch schmerzhaftem oder entzündetem Gewebe. Die Behandlung hat zugleich eine schmerzlindernde und entspannende Wirkung auf das Nervensystem („Sympathikolyse“). Die Therapie hat sich als sehr förderlich für die Wirkung anderer abwehrsteigernder Therapien erwiesen und wirkt schützend auf Leber und Bauchspeicheldrüse.

Säure- und pH-Absenkung im Gewebe – ein Hauptproblem heute

Unter gesunden Bedingungen sind sämtliche Körpergewebe leicht basisch, ebenso wie Blut, Lymphe, Speichel und Hirnwasser (pH Wert=7,4). Die Drüsen im Körper besitzen einen noch basischeren pH-wert (z. B. Bauchspeicheldrüse pH-Wert= 8,2 bis 8,5). Eine Ausnahme stellt der Magen dar, welcher als Barriere gegenüber Keimen und zur Verdauung Magensäure produziert.

Leicht saures Milieu findet man ebenfalls zur Abwehr von Keimen in der Scheide und auf der Haut. Während anfallende Säuren aus dem Blut schnell entfernt werden, trifft dies für die Mikroumgebung von durchblutungsgestörtem oder chronisch entzündetem Gewebe nicht mehr zu. Die Säurebelastung des Gewebes hat sich inzwischen zu einem Hauptmechanismus bei der Entstehung von chronischen Krankheiten und Krebs herausgestellt.

Quelle: Dr. med. Uwe Reuter / Dr. med. Ralf Oettmeier: Klinik ProLeben Greiz

Entgiftung

Unter Entgiftung versteht man die physiologische Entgiftung des Körpers u. a. über Leber, Darm und Niere. Sind diese Entgiftungsprozesse gestört, kommt es zu einer Vergiftung des Körpers mit Stoffwechsel-Abfallprodukten (Leberkoma, Urämie).

„Wo die Natur einen Schmerz erzeugt, da hat sie schädliche Stoffe angesammelt und will sie ausleeren.“ (Paracelsus)

Die klassischen Entgiftungsmaßnahmen (Aus- und Ableitungsverfahren) beziehen sich in der Naturheilkunde auf eine Sanierung des humoralen Terrains. Die besten lokalen Therapien können nichts ausrichten, wenn nicht systemisch der Gesamtorganismus einbezogen wird.

Ausleitende Verfahren

Fehlernährung und Bewegungsmangel führen dazu, dass der menschliche Stoffwechsel – wie es umgangssprachlich heißt – „verschlackt“. Wissenschaftlicher ausgedrückt würden wir sagen: Ein Übermaß an Stoffwechsel-Endprodukten führt zu Ablagerungen in unterschiedlichen Körperregionen. Nach Pischinger und Wendt spielen als Deponieorte vor allem das Bindegewebe bzw. der Extrazellulärraum eine wichtige Rolle.

Um diese Produkte auszuleiten, alte und chronische Prozesse zu lösen oder das Immunsystem und den Organismus anzuregen, können neben einer medikamentösen Therapie auch folgende Ausleitende Verfahren eingesetzt werden:

  • Aderlass (verschiedene Möglichkeiten: z.B. nach Hildegard von Bingen)
  • Blutegeltherapie
  • Detox: HydroResonanzTherapie
  • Schröpfen

Blutegeltherapie

Wenn es auch in die heutige Medizin kaum zu passen scheint: Blutegel sind wieder zu einem Bestandteil der medizinischen Versorgung geworden. Seitdem Menschen einander heilen, spielen Blutegel (Hirudo medicinalis) eine bedeutende Rolle. Es ist sogar anzunehmen, daß auch Tiere von den heilenden Wirkungen der Egel profitieren.
Das Wort „Egel“ stammt übrigens von dem griechischen Wort echis = kleine Schlange. Manche vermuten sogar, daß die Schlange des Aeskulapstabes einen Egel darstellt. Er ist jedenfalls schon lange für seine Heilkräfte berühmt. Bei den Germanen wurde das Wort „Blutegel“ z.B. nahezu synonym mit dem Wort „Heiler“ verwendet. Dhanvantari, der indische Gott des Ayurveda, trägt einen Blutegel in einer seiner vier Hände, und im englischen wurden die Heiler des Mittelalters als „leecher“ (leech (engl.) = Blutegel) bezeichnet.

Indikationen

Einsatzgebeite des Blutegels

  • Plastische und rekonstruktive Chirurgie
  • Rheuma
  • Herpes Zoster (Gürtelrose)
  • Varikosis
  • Tinnitus
  • Thrombosen
  • Furunkel und Karbunkel
  • Nebenhöhlenentzündungen
  • Adnexitis, Parametritis
  • Brustdrüsenentzündung
  • Hodenentzündung
  • Phlebitis
  • Hypertonie
  • Hyperthyreose
  • Apoplexie
  • Thrombophlebitis

Schröpfen

Das Schröpfen ist ein klassisches Ausleitungsverfahren. Auf die Haut werden Schröpfköpfe gesetzt. Durch die Schröpfköpfe wird ein Unterdruck erzeugt, wodurch das Blut in die Haut gesogen wird. Der Energiefluss im Körper wird positiv beeinflusst. Schröpfen wurde schon vor mehren Jahrtausenden in Mesopotamien angewandt. Im klassischen Griechenland war das Schröpfen so geschätzt, das die Schröpfglocke zum Emblem des Arztes wurde.
Die Schröpfköpfe werden überwiegend am Rücken in bestimmten Hautarealen (Headschen Zonen) aufgesetzt oder speziell auf Akupunkturpunkte. Hierdurch lassen sich rückkoppelnde Wirkungen auf innere oder „verknüpfte“ Organe erzielen. Schröpfen sollte nie als monogame Methode angesehen werden, sondern in ein Gesamttherapiekonzept eingebunden sein. Beim Schröpfen können drei Methoden angewendet werden:

1. Trockenes Schröpfen

Beim Trockenen Schröpfen wird die Haut vorher nicht eingeritzt, sondern nur die Schröpfköpfe aufgesetzt. Die heutigen Schröpfköpfe sind meistens aus Glas.

2. Blutiges Schröpfen

Beim Blutigen Schröpfen wird die Haut an vorher bestimmten Stellen eingeritzt und dann werden die Schröpfköpfe aufgesetzt.

3. Die Schröpfmassage

Sie löst Myogelosen und Verspannungen, steigert die Funktion innerer Organe und regt besonders im Bereich der Nieren die Ausscheidungsfunktion an.

Bei welchen Krankheitsbildern kann Schröpfen angewendet werden:

  • Rheuma
  • Rückenschmerzen durch Entspannung der Muskulatur und Schmerzreduktion im Segment
  • Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel
  • Störungen des Blutdrucks
  • Hitzewallungen
  • Drainage von lokalen Ödemen

Ausführliche Informationen zur Mikrobiologischen Therapie.

Phytotherapie oder auch Pflanzenheilkunde umfasst die gesamte medizinische Heilkunst der Vergangenheit. Sie ist das älteste Heilverfahren der Menschheitsgeschichte. So wurden in der Bibliothek des assyrischen Königs Assurbanipal um 2500 v. Chr. über 250 Heilpflanzen aufgeführt und die ägyptische Königin Hatschepsut ließ um 1490 v. Chr.
ein Gewächshaus für die Heilkräuter errichten. Der griechische Arzt Hippokrates (um 460-377 v. Chr.) und der römische Arzt Galenus (129-199 n. Chr.) stützten sich in ihrer Arbeit auf die Phytotherapie. Die deutsche Äbtissin Hildegard von Bingen (1098-1179) beschrieb in ihrem Buch pflanzliche Mittel gegen Fieber, Herzkrankheiten und Rheuma. Die Volksmedizin wurde lange Zeit von sog. „weisen Frauen“ ausgeübt, die leider oftmals als Hexe den Tod in den Flammen fanden. Mit ihnen starb auch ihr Wissen, so dass die Phytotherapie in der Folgezeit neu entdeckt werden musste. Den Begriff „Phytotherapie“ prägte der französische Arzt Henri Leclerc (1870-1955).
Heute nutzt man von den etwa 3000 bekannten Heilpflanzen etwa 500 für medizinische Zwecke. Viele Pflanzenwirkstoffe werden inzwischen auch synthetisch hergestellt, z.B. das Herzglykosid Digitalis, das ursprünglich aus dem Fingerhut stammt. Die wirksamen Stoffe können aus den verschiedensten Pflanzenteilen hergestellt werden, mal sind es die Wurzeln, mal die Blätter, mal die Blüten oder die Samen. Die bekannteste Anwendung der Phytotherapie heute stellt der Tee-Aufguss dar. Im übrigen können Heilpflanzen als Tinkturen, Extrakte, Pulver, Granulate, Tabletten, Dragees, Kapseln oder Tropfen, Tonika und Elixiere verwendet werden. Entsprechend gesetzlicher Grundlagen sind für alle auf dem Markt befindlichen Phytopharmaka Untersuchungen über die Wirkungswei- se und die Nebenwirkungen erstellt worden.
Die Wirkung der Heilpflanzen erfolgt über ihre verschiedenen Bestandteile, so z.B. über ätherische Öle, Bitter- und Gerbstoffe, Alkaloide, Glykoside, Flavonoide und Saponine.
Generell gibt es für nahezu jede Erkrankung und Befindlichkeitsstörung Hilfe aus der Natur, allerdings muss man bei der Phytotherapie etwas Geduld aufbringen. Trotz regelmäßiger Anwendung stellen sich die Therapieerfolge oft erst nach Tagen bis Wochen ein.