Mikrobio­logische Therapie
Moderne Immun­therapie

Wissenschaft ist das, was Wissen schafft – Daten und Erkenntnisse zur Mikrobiologischen Therapie

Förderung der Selbst­heilungs­kräfte – anstatt Symptom­bekämpfung

Noch bevor man von der Existenz von Mikroorganismen in Form von Bakterien oder Pilzen wusste, wurde die positive Wirkung mancher Lebensmittel auf den menschlichen Organismus erkannt.
Schon der russische Biologe Ilja Metschnikow (1845-1916) hat darauf hingewiesen,dass der Mensch seit Urzeiten viele Speisen aufgenommen hat, die einen Fermentationsprozess durchlaufen hatten und somit auch Mikroorganismen und deren Stoffwechselprodukte enthielten. Erst zum Ende des vorletzten Jahrhunderts wurde den Wissenschaftlern bewusst, dass ein Zusammenhang zwischen z.B. der positiven Beeinflussung des Immunsystems und den in diesen Speisen enthaltenden Bakterien bestand.
Diese – auch Probiotika genannten – nützlichen Mikroorganismen können heute auch unabhängig von den genannten Lebensmitteln gezüchtet und vermehrt werden, wodurch in den Kulturen deutlich höhere Keimzahlen erreicht werden können.

Mikrobiologische Therapie
Mikrobiologische Therapie

Seit der Entdeckung der Bakterien hat sich unser Bild über diesen eigenständigen Lebensbereich erheblich gewandelt, auch wenn sich dieses Wissen noch nicht überall etabliert hat. Von wenigen Ausnahmen abgesehen wie den Krankheitserregern der großen bakteriellen Seuchen mit extrem hohem pathogenem Potential sind bei bakteriellen Krankheitsprozessen zwei Faktoren bedeutsam:

Zum einen die Abwehrleistung des menschlichen Organismus – seine Grenzflächensituation- und zum anderen die pathogene Kapazität des Erregers.

Das Immunsystem im Darm wird auch als GALT (Gut Associated Lymphoid Tissue) bezeichnet. Hier sind etwa 80% aller Immunzellen angesiedelt.

Unter MALT (Mucosa Associated Lymphoid Tissue) wozu auch da Galt gehört, fasst man das gesamte lymphatische Gewebe der Schleimhäute zusammen.

Demnach gehören dazu die Darmschleimhaut, Hals/Nasen und Rachenschleimhaut, Bronchialschleimhaut sowie die urogenitale Schleimhaut. Dieses Schleimhautsystem (mucosales Netzwerk) ist über Blut- und Lymphgefäße miteinander verbunden und versorgt den gesamten Organismus mit immunkompetenten Zellen sowie mit den nötigen Antikörpern.

Deutlich wird dieses an Erkrankungen, wie Karies, Parodontitis, Sinusitis, Arteriosklerose, Helicobacter- pylori-Infektionen, Streptokokken-Infektionen, Akne, Furunkulose usw., bei denen Bakterien in hohem Maße beteiligt sind. Zugleich gibt es aber zahlreiche Menschen, die diese Bakterien auf ihren Schleimhäuten tragen, ohne zu erkranken.
Eine klare Zuordnung von Ursache (Bakterie) und Wirkung (Erkrankung) ist nach heutiger Sichtweise nicht mehr gegeben.

Wie wenig oft antibiotische Behandlungen hier ausrichten können, zeigen die hohen Rezidivraten.

Solange die „Schwäche“ in der Abwehrleistung besteht, wird es immer wieder zu den bakteriell begleiteten Beschwerdebildern kommen. Die Schwäche dieser Patienten besteht zumeist in der Abwehr der Schleimhäute und dem Mukosa-Immunsystem. In einem Immunprofil im Blut sind daher keine Veränderungen zu erwarten.

Die Mikrobiologische Therapie setzt nun mit zwei unterschiedlichen Wirkprinzipien an den Schleimhäuten an.

  1. Beeinflussung des physiologischen Milieus mit Bakterien der Protektivflora
  2. Einflussnahme immunwirksamer Bakterien auf das schleimhautassoziierte Immunsystem.

Für Prävention und Therapie werden sowohl lebende als auch abgetötete Mikroorganismen eingesetzt.

Indem lebende Bakterien zum Einsatz kommen, wird das von der Natur vorgegebene Prinzip nachgeahmt. Anders bei den abgetöteten Mikroben. Was sich in Jahrzehnte langer Erfahrung als bewährtes Therapieprinzip herauskristallisiert hat, lässt sich heute immunologisch erklären. Abgetötet Bakterien geben den Makrophagen und Monozyten (Erkennungsdienst des Immunsystems) die Gelegenheit sich besonders intensiv mit den Strukturen dieser Bakterien auseinander zu setzen. Die dabei angestoßenen Regulationsmechanismen unterscheiden sich von denen, die durch gleichartige lebende Bakterien hervorgerufen werden. Wie so häufig im Bereich der komplementären Verfahren werden die bewährten Vorgehensweisen erst viel später wissenschaftlich nachvollziehbar.

Machen Sie ihre eigenen Erfahrungen mit der Mikrobiologischen Therapie, denn eine gute Medizin unterstützt zunächst den Heilungsprozess – und erklärt später!

Auto­vaccine

Der Schlüssel zur indivi­duellen Immun­therapie

Autovaccinen sind individuelle Heilmittel aus körpereigenen Bakterien. Sie werden speziell für den Patienten aufbereitet und zu einem Individuellen Arzneimittel verarbeitet.

Bakterien besiedelt zu Billionen den gesunden menschlichen Körper. Die meisten sind nicht nur ungefährlich, sondern sogar nützlich und für unsere Gesundheit unentbehrlich. Im Darm wird der nutzen der Bakterien besonders deutlich: dort trainiert die Mikroflora fortlaufend unser Abwehrsystem, schützt vor Krankheitserregern und sorgt für eine geregelte Verdauung.
Außerdem stellen die Bakterien wichtige Vitamine her, die der Mensch über den Darm aufnehmen kann. Ohne Bakterien könnte sich keine schlagkräftige Körperabwehr entwickeln und der Mensch wäre nicht lebensfähig. Die regulierende Wirkung von Bakterien auf das Abwehrsystem ist Grundlage für die Therapie mit Autovaccinen.

Es gibt zwei Typen von Autovaccinen

1. AutoColi Vaccine

Sie wird aus E.coli Bakterien einer Stuhlprobe des jeweiligen Patienten gewonnen. Unter den Darmbwohnern haben E.coli Bakterien einen besonders starken Einfluss auf das Abwehrsystem. Gleichzeitig sind die Bakterien als körpereigenes Material gut verträglich. Körpereigene E.coli Bakterien eignet sich deshalb besonders gut zur individuellen Immuntherapie bei verschiedenen chronischen Erkrankungen.

2. Infektionsbezogene Autovaccine

Für die Herstellung der infektionsbezogenen Vaccine werden Erreger aus dem jeweiligen Infektionsherd isoliert. Beispiele sind Infektion der Haut, der Atemwege, des Genitalbereichs, der Harnwege, der Mundschleimhaut. Die gewonnenen Bakterien werden in einem speziellen Verfahren inaktiviert und zur Autovaccine verarbeitet. Die enthaltenen Bruchstücke der Bakterien können das Abwehrsystem modellieren, ohne eine Infektion auszulösen.

Gegen welche Krankheiten helfen Autovaccine?

  • Neurodermitis
  • Heuschnupfen
  • Bronchialasthma
  • Hausstaubmilbenallergie
  • häufige oder chronische Infekte der Atemwege
  • Infektanfälligkeit im Kindesalter
  • häufige oder chronische Hahnwegsinfekte
  • Akne
  • chronisch rezidive Abszesse und Furunkel
  • Candida Mykosen
  • Bakterielle Vaginosen
  • Parodontalerkrankungen

Links

www.symbiovaccin.de

Quellen

Bilder: MVZ Institut für Mikroökologie